Restrukturierungsplan für Straumur genehmigt

13.07.2010: RZB spielt Schlüsselrolle bei der ersten Restrukturierung einer isländischen Bank

  • Rund 120 Gläubiger arrangieren Restrukturierung der Schulden
  • Abkommen bringt Vorteile für die isländische Wirtschaft sowie die internationale Gläubigergemeinschaft
  • Vorbildliche gemeinsame Bemühungen und enge Zusammenarbeit zwischen Straumur und Gläubigern ermöglichten Restrukturierungsplan

 

 

 

Am 13. Juni 2010 stimmten die Gläubiger der Straumur Burdaras Investment Bank (Straumur) einem Ausgleichsverfahren zu. Die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) war bei dieser ersten Restrukturierung einer isländischen Bank maßgeblich beteiligt. Straumur war vor dem isländischen Bankenkollaps 2008 die viertgrößte Bank Islands. Straumur hat rund 120 Gläubiger, darunter hauptsächlich Finanzdienstleister, Investmentfonds und Pensionsfonds. Das Eigentum und die Kontrolle über das Unternehmen gehen nach dieser Vereinbarung an die Gläubiger über. Diese werden 99 Prozent ihrer Forderungen in eine Anleihe umwandeln. 

 

"Der Restrukturierungsplan konnte durch die vorbildlichen gemeinsamen Bemühungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Straumur und ihren Gläubigern erreicht werden. Das hat zu vielversprechenden Ergebnissen für alle Beteiligten und den isländischen Finanzplatz geführt," sagte Roman Hager, verantwortlich in der RZB für Financial Institutions & Sovereigns Restructuring. 

 

Die Vermögenswerte von Straumur werden in den nächsten Jahren von den Gläubigern verwaltet und mit dem Ziel einer größtmöglichen Wiederherstellung der Forderungen verkauft. Gläubiger mit besicherten Forderungen, wie die Republik Island und Islandsbanki, erhalten diese zur Gänze zurück. Gläubiger mit unbesicherten Forderungen erwarten eine Rückerstattung von nahezu 50 Prozent. Die Forderungen der RZB betragen 143 Millionen Euro. Die heute getroffene Vereinbarung stellt sicher, dass Straumur auch in Zukunft eigenständiges Investment Banking betreiben kann. 

 

Besitz wird an die Gläubiger übertragen 

 

Neben der RZB gehören Landsbanki Íslands, Bayerische Landesbank, Goldman Sachs Lending Partners und Deutsche Bank zu den größten Gläubigern. Straumur hält 143 Assets in ihrem Portfolio, mit einem geschätzten Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro, 90 Prozent davon außerhalb Islands. Der Restrukturierungsplan sieht die Übertragung des Besitzes und der Kontrolle des Unternehmens an die Gläubiger vor. 

 

Die Bestätigung durch die isländischen Gerichte steht noch aus. Der Fokus der zu gründenden Asset and Liability Management Company (ALMC) liegt in der Wertmaximierung der Assets und bringt sowohl für die isländische Wirtschaft als auch die internationalen Gläubiger des Ausgleichsverfahrens Vorteile. Die ALMC wird eine Investment Bank gründen, in der das Broking und Advisory Geschäft abgewickelt wird. Die Gläubiger des Ausgleichsverfahrens erwarten einen Rückfluss von 47 Prozent ihrer Forderungen. 

 

Das Ausgleichsverfahren 

 

Das Ausgleichsverfahren sieht vor, dass das ALMC eine Anleihe mit der Fälligkeit 31. Dezember 2014 an die Gläubiger mit einem Wert von 99 Prozent ihrer Forderungen begibt. Der verbleibende Anteil von einem Prozent der Forderungen wird nominell als Eigenkapital in die ALMC eingebracht. Die Anleihe und Gesellschaftsanteile können in den Systemen Euroclear und Clearstream gehandelt werden. Die Anleihe kann um zwei Jahre verlängert werden, sollte eine breite Mehrheit der Bondinhaber dies entscheiden. In diesem Fall wird die Anleihe in ordentliche Anteile der ALMC umgewandelt. Die ALMC befindet sich ausschließlich im Besitz der Gläubiger des Ausgleichsverfahrens und wurde gegründet, um die Vermögenswerte von Straumur zu übernehmen. 

 

Teil des Restrukturierungsplans ist die Schaffung einer isländischen Investment Bank mit der Banklizenz von Straumur. 100 Prozent des Stammkapitals der Investmentbank wird vom ALMC gehalten. Die RZB wird davon 9,2 – 13,0 Prozent halten.

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