"Der RZB-Konzern ist voll auf Kurs. Die neue Konzernstruktur greift gut und unterstützt die Geschäftstätigkeit im Heimmarkt Österreich und Zentral- und Osteuropa", sagt RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner. "Die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2011 belegen neuerlich die gute strategische Ausrichtung der RZB, ihre Solidität die starken Kapitalquoten."
Der Konzern der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) hat die wesentlichen Ergebniskomponenten und Kennzahlen im ersten Halbjahr 2011 gegenüber den Vorperioden weiter verbessert. Vor dem Hintergrund sich weiter erholender wirtschaftlicher Rahmenbedingungen im Kernmarkt war das Ergebnis erneut von einer Reduktion der Kreditrisikovorsorgen bei höheren operativen Erträgen gekennzeichnet. Aufgrund des Markumfelds ergaben sich Bewertungsgewinne bei derivativen Finanzinstrumenten, die für ökonomische Absicherungen eingesetzt werden. Das Er

gebnis belastend wirkten sich die gestiegenen Verwaltungsaufwendungen sowie die Bankenabgaben in Österreich und Ungarn aus. Die für das erste Halbjahr ausgewiesenen Steuern waren, auch bedingt durch latente Steueraufwendungen, höher als zuletzt.
Betriebsergebnis leicht gestiegen
Das Betriebsergebnis des ersten Halbjahres 2011 stieg gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um € 4 Millionen auf € 1.236 Millionen. Ein starkes Handelsergebnis sowie ein leichtes Plus bei den Provisionserträgen sorgten für einen positiven Effekt bei den Betriebserträgen. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen insbesondere durch Gehaltsanpassungen in einigen Märkten um 6 Prozent. Die Aufwendungen für Bankenabgaben in Österreich und Ungarn betrugen insgesamt € 71 Millionen (Vergleichsperiode des Vorjahres: € 18 Millionen).
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen um ein Drittel niedriger
Der weitere Rückgang der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen um 32 Prozent auf € 411 Millionen war vor allem durch die deutlich verbesserten Werte in Russland und in der Region GUS Sonstige, aber auch im Kommerzkundengeschäft gekennzeichnet. Der deutlich Rückgang war vor allem eine Folge des verbesserten Umfelds für Geschäftskunden: Bei den Corporate Customers halbierten sich die Nettodotierungen auf € 129 Millionen, bei Retailkunden gingen sie um 23 Prozent auf € 262 Millionen zurück.
NPL Ratio um 0,4 Prozentpunkte verbessert
Die Wachstumsdynamik der notleidenden Kredite schwächte sich im Verlauf der letzten Quartale zwar ab, der Stand an Non-Performing Loans blieb jedoch mit einem Rückgang von € 2 Millionen auf € 6.839 Millionen im Vergleich zum Jahresende auch aufgrund von Währungseffekten praktisch unverändert. Während in nahezu allen Regionen bereits teilweise signifikante Rückgänge zu erkennen waren, kam es in Südosteuropa noch zu einem spürbaren Anstieg der Non-Performing Loans um 14 Prozent. Die Non-Performing Loan Ratio (das ist der Anteil der notleidenden Kredite am Kundenkreditbestand) ging im Vergleich zum Jahresende 2010 um 0,4 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent zurück. Die Coverage Ratio (Kreditrisikovorsorgen im Verhältnis zu den Non-Performing Loans) verbesserte sich um 1,9 Prozentpunkte auf 68,2 Prozent.
Periodenüberschuss vor Steuern steigt um mehr als die Hälfte
In Summe stieg das Ergebnis vor Steuern im Vorjahresvergleich um € 330 Millionen auf € 877 Millionen. Die Bewertungsgewinne bei derivativen Finanzinstrumenten (plus € 178 Millionen) sowie geringere Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen (minus € 197 Millionen) waren die wesentlichen Komponenten für diesen Zuwachs. Leicht abgeschwächt wurde das Plus durch niedrigere Ergebnisse aus Finanzinvestitionen (minus € 41 Millionen).
Konzernergebnis durch latente Steuern belastet
Neben den höheren Gewinnen sorgten einige Sondereffekte für einen deutlichen Anstieg der Steuern vom Einkommen und Ertrag um € 141 Millionen auf € 200 Millionen. Für diese Zunahme waren überwiegend latente Steueraufwendungen auf Bewertungsgewinne verantwortlich, denen 2010 latente Steuererträge gegenüberstanden. Nach Abzug des Ergebnisses der nicht beherrschenden Anteile belief sich der Konzern-Periodenüberschuss auf € 488 Millionen. Damit lag er um 22 Prozent oder € 86 Millionen über dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Gewinn je Aktie betrug im ersten Halbjahr 2011 € 84,60 nach € 51,61 in der Vergleichsperiode des Vorjahres.
Return on Equity vor Steuern über 15 Prozent
Der deutliche Anstieg im Periodenergebnis vor Steuern führte auch bei den Rentabilitätskennzahlen zu einem Zuwachs: Der Return on Equity vor Steuern betrug zum Ende des ersten Halbjahres 2011 15,8 Prozent und lag damit um 5,4 Prozentpunkte über dem Niveau des Vergleichszeitraums 2010 (10,4 Prozent). Das der Berechnung zugrunde liegende durchschnittliche Eigenkapital stieg durch Gewinnthesaurierungen um 5 Prozent auf € 11,1 Milliarden.
Anstieg der Bilanzsumme um 4 Prozent
Seit Jahresbeginn wuchs die Bilanzsumme der RZB um 4 Prozent oder € 5,2 Milliarden auf € 141,7 Milliarden. Währungseffekte reduzierten die Bilanzsumme dabei um rund 1 Prozent. Aktivseitig ergaben sich Zuwächse durch eine Erhöhung der kurzfristigen Bankforderungen, insbesondere durch Repo-Transaktionen, durch die der Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute um € 2,8 Milliarden anstieg. Die Forderungen an Kunden wuchsen abzüglich der Kreditrisikovorsorgen um € 3,5 Milliarden, was überwiegend auf Kreditvergaben an Großkunden sowie auf Repo-Transaktionen mit Nichtbanken zurückging.
Passivseitig basierte der Zuwachs im Wesentlichen auf den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden. Diese erhöhten sich um € 6,0 Milliarden, die zur Hälfte auf Repo-Transaktionen und zu € 1,0 Milliarden auf Privatkunden entfielen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten blieben konstant auf dem Niveau zum Jahresende. Dagegen fielen die verbrieften Verbindlichkeiten durch Rückzahlungen einiger Emissionen, insbesondere durch eine 2009 ausgegebene staatsgarantierte Anleihe in Höhe von € 1,5 Milliarden, um € 1,3 Milliarden. Die Loan/Deposit Ratio, also die Deckung der Kundenkredite durch Einlagen, verbesserte sich gegenüber dem Jahresende 2010 um 7,0 Prozentpunkte auf 128,1 Prozent.
Eigenkapital mit 1 Prozent leicht im Plus
Das Eigenkapital (einschließlich des Kapitals der nicht beherrschenden Anteile) stieg gegenüber Jahresbeginn um 1 Prozent oder € 88 Millionen auf € 11.339 Millionen. Einem Zuwachs durch den Periodenüberschuss nach Steuern von € 677 Millionen standen Verminderungen durch Dividendenzahlungen für das Geschäftsjahr 2010 von insgesamt € 459 Millionen und durch das sonstige Ergebnis von minus € 131 Millionen gegenüber. Das sonstige Ergebnis war bestimmt durch eine negative Währungsdifferenz von € 104 Millionen sowie Bewertungsergebnisse des Cash-Flow Hedge von minus € 36 Millionen (nach Berücksichtigung latenter Steuern).




