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Erste Group-Retailvorstand Peter Bosek gab den Mitgliedern der U.S. Handelskammer Einblicke in die Zukunft des Bankings. Er fordert ein neues Selbstbewusstsein für das europäische Bankengeschäft. „Banken hatten lange Zeit autistische Züge, weil es möglich war, Geld zu verdienen, ohne Kontakt mit dem Kunden zu haben. Früher konnte man auch ohne Kunden und nur durch Finanzgeschäfte erfolgreich sein. Während viele europäische Banken diesem Modell folgten, sind die österreichischen Banken sowohl am Heimatmarkt als auch in Zentral- und Osteuropa mit kundennahen Dienstleistungen einen eigenständigen Weg gegangen“, begrüßt Erste Group-Vorstand Peter Bosek am Montagvormittag zum letzten Business Breakfast der American Chamber of Commerce in Austria vor Weihnachten auf Einladung von AmCham Austria-Präsident und Hilton Country General Manager Norbert B. Lessing im Hilton Vienna. Weil die europäische Politik nach der Krise Banken gerne in ihrer Infrastruktur gehabt hätte, reagierte die Erste Group mit einer Innovationsoffensive.

Banken haben wertvollere Daten als Google, Facebook und Co.

Mit „George“ reagiert die Bank frühzeitig auf die bevorstehende Öffnung der Girokonten für die Nutzung durch Dritte. Während Google und Facebook detaillierte Daten über die User haben, besitzen Banken die wesentlich wertvolleren Daten über die Zahlungsflüsse. Banken vermarkten diese Daten jedoch nicht, sondern nutzen die Daten, um ihre Kunden in Entscheidungsprozessen zu unterstützen. „Unser Auftrag als Unternehmen ist, Menschen dabei zu unterstützen, die richtige finanziellen Entscheidungen zu treffen“, betont Bosek. Die frühzeitige Reaktion auf Regulatorien sieht er als Chance, um durch innovative Bankinglösungen wie „George“ neue Kunden zu gewinnen.

Menschen leisten mehr als Algorithmen

„Das Thema Zahlungsverkehr ist strategisch hochrelevant, aber in der Umsetzung eine große Herausforderung“, erklärt Bosek. Kunden möchte er künftig über zusätzliche Services, die als Plugin in „George“ verfügbar sind, weitere Dienstleistungen und ein faires Preismodell für den klassischen Zahlungsverkehr anbieten  – dazu zählen auch Produkte von FinTechs. Statt den Markt zu disruptieren, suchen diese die Zusammenarbeit mit Banken, um mitunter auch auf deren hohen Kundenstock zugreifen zu können. Ebenso sind die innovativen Produkte ein Mehrwert für die Banken, um Kunden weitere Services anbieten zu können, skizziert Bosek den Schulterschluss.

In zehn Jahren werde es auch weiterhin Filialen geben, blickt Bosek in die Zukunft. Sie sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu rein digitalen Anbietern. „Mitarbeiter können bei vertraulichen Bankgeschäften mehr leisten als Algorithmen“, ist der Erste Group-Vorstand überzeugt.

Wirtschaftskapitäne und Businesswomen als Frühstücksgäste

Auf Einladung von Lessing und AmCham-Generalsekretärin Daniela Homan diskutierten bei Bagles und Muffins unter anderem Schoellerbank-Direktor Raphael Hartl, Hotel InterContinental-Direktorin Brigitte Trattner, Erste Group-Aufsichtsrat Friedrich Rödler, Apple-Geschäftsführer Ronald Tremmel, Manpower-Managerin Tanja Lahaye, Metropole-Herausgeberin Margaret Childs, Jurist David Bauer (DLA Piper Weiss-Tessbach), Western Union International Bank-Manager Wolfgang Fröschl-Fenkart, Jurist Andreas Foglar-Deinhardstein, Roland Berger-Manager Rudolf Kemler, Into Results-Eigentümer Charles Lafond, Raiffeisen-Banker Severin Mayer-Heinisch, IBM Österreich-Geschäftsführerin Tatjana Oppitz, CBRE-Manager Herbert Petz, Google-Managerin Angelika Roland, UBS Wealth Management-Experte Gerald Salzmann, Trenkwalder-Manager Christoph Seewald und Pfizer-Managerin Maria Wagner

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Online-Banking wächst

6 von 10 Österreichern nutzen bereits regelmäßig Online-Banking. Im Jahr 2005 lag der Wert bei rund der Hälfte. Einer der Gründe ist der auf 72%1 gestiegene Smartphone-Besitz im Lande und die dadurch starke Verbreitung von mobilem Internet. Aber nicht nur die Hardware hat sich verändert, sondern auch die Software beziehungsweise die Apps. Das spiegelt sich auch bei den Log-in Zahlen wider: „77 Prozent unserer George-Nutzer loggen sich bereits übers Smartphone ein“, so Thomas Schaufler, Privatkunden-vorstand der Erste Bank Oesterreich. Aus diesem Grund setzt die Sparkassengruppe auch stark auf die Optimierung mobiler Services mit der Banking App „George Go“. Der Zugang zu den eigenen Finanzser-vices wird immer einfacher, da Smartphone-Anbieter neue Technologien wie Fingerabdruck-Scanner oder Gesichtserkennung zur Verfügung stellen. Dadurch verkürzen sich Log-in-Zeiten dramatisch. Dauer-te ein Login mit Username und Passwort im Schnitt 23 Sekunden, so sind es bei der George Go App jetzt 7 Sekunden. „Wir konnten so unseren Kunden alleine heuer schon 21 Jahre an Zeit ersparen“, so Schaufler. Die strengen Vorgaben die sich aus der Payment Service Directive 2 (PSD2) in Bezug auf die starke Kundenidentifizierung ergeben, wurden dabei natürlich vorausschauend voll berücksichtigt.
Während die Erste Bank ihr neues Filialkonzept konsequent ausrollt, hat man in den letzten Jahren auch frühzeitig in Online- und Mobile-Banking investiert. „Die Menschen wollen keinen Unterschied mehr erle-ben – ob online, mobil oder in der Filiale. Wir müssen für ein einheitliches Kundenerlebnis sorgen“, so Schaufler.

Banking mit FinTechs, Google oder Amazon

Laut einer repräsentativen Integral-Umfrage im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen geben 9 von 10 Öster-reichern an, dass ihnen Innovation sehr wichtig ist. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass kaum je-mand mit großen Internetgiganten Bankgeschäfte ma-chen will, obwohl viele dieser Unternehmen doch als besonders innovativ gelten. Bei Amazon meinen 83% sie würden keine Bankdienstleistungen in Anspruch nehmen wollen, bei Google sind es 87% und Facebook hat mit 95% die höchste Ablehnung. Ähnlich wenige Österreicher interessieren sich noch für Angebote von FinTechs: 8 von 10 finden sie nicht interessant. „Trotz-dem darf man den Respekt vor diesen Playern nicht verlieren“, meint Schaufler. „Das ist eine Momentauf-nahme. Wir wissen aber, wie schnell sich das ändern kann, wenn entsprechende Angebote erst einmal in den Alltag der Menschen integriert sind.“ Ein ent-scheidender Punkt ist allerdings, dass die Österreicher viel Wert auf Datenschutz, persönliche Beziehung und Vertrauen legen. Fragt man die Bevölkerung, wo sie denken, dass ihre Daten sicherer sind, so halten 72% ihre Daten im Online-Banking für sicherer verwahrt als bei Amazon (7%). Bei der Frage wer vertrau-enswürdiger ist, meinen 2% das sei Google, 77% schreiben das ihrem Online-Banking zu. Alleine beim Spaß an der Nutzung liegen Dienste von Amazon (35%), Google (34%) und Facebook (38%) vorne. Inte-ressant ist allerdings, dass Online-Banking sich seit 2015 von 17% auf 19% steigern konnte, während die drei anderen Werte rückläufig sind. „Besonders George konnte sich mit 22% im Österreichschnitt beson-ders positiv abheben“, sagt Schaufler. Neue Produkte und Funktionen in George werden die Banking-Plattform weiter wachsen lassen. Denn neben dem Spaß muss es für die Nutzer immer einen konkreten Mehrwert geben. Ein Beispiel, man ist auf Urlaub und weiß den Pin-Code seiner Kreditkarte nicht. „Die George Go App kann den Pin seit kurzem anzeigen und so genau in dem Moment ein Problem für den Kunden lösen“, ist Schaufler überzeugt.

 

George wächst weiter stark

„Wir werden Ende des Jahres rund drei Millionen Kunden in vier unserer Länder haben“, so Peter Bosek, Chief Retail Officer der Erste Group. Die Erste Group hat Ende 2012 mit dem Erste Hub ihr eigenes Inno-vationslabor gegründet - wo auch George entstanden ist. „Woran andere jetzt erst arbeiten, haben wir 2015 mit George schon gestartet“, so Bosek. 99% aller Österreicher sind höchste Sicherheitsstandards und Datensicherheit beim Online-Banking sehr wichtig. „Schon aus unserer Geschichte heraus sind wir beim Thema Daten viel glaubwürdiger also große Tech-Konzerne“, so Bosek. „Bei uns können sich Kun-den sicher sein, dass wir Daten nicht weiterverkaufen.“


Insgesamt wird George künftig den rund 16 Millionen Kunden innerhalb der Erste Group zur Verfügung stehen. Es wäre somit die größte, paneuropäische Banking-Plattform. Bisher zählt die Banking-Plattform rund 2,5 Millionen Nutzer, fast 1,6 Millionen alleine in Österreich.

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