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21-12-2016

Die Zukunft des Retail-Bankings liegt in digitalen Innovationen

Erste Group-Retailvorstand Peter Bosek gab den Mitgliedern der U.S. Handelskammer Einblicke in die Zukunft des Bankings. Er fordert ein neues Selbstbewusstsein für das europäische Bankengeschäft. „Banken hatten lange Zeit autistische Züge, weil es möglich war, Geld zu verdienen, ohne Kontakt mit dem Kunden zu haben. Früher konnte man auch ohne Kunden und nur durch Finanzgeschäfte erfolgreich sein. Während viele europäische Banken diesem Modell folgten, sind die österreichischen Banken sowohl am Heimatmarkt als auch in Zentral- und Osteuropa mit kundennahen Dienstleistungen einen eigenständigen Weg gegangen“, begrüßt Erste Group-Vorstand Peter Bosek am Montagvormittag zum letzten Business Breakfast der American Chamber of Commerce in Austria vor Weihnachten auf Einladung von AmCham Austria-Präsident und Hilton Country General Manager Norbert B. Lessing im Hilton Vienna. Weil die europäische Politik nach der Krise Banken gerne in ihrer Infrastruktur gehabt hätte, reagierte die Erste Group mit einer Innovationsoffensive.

Banken haben wertvollere Daten als Google, Facebook und Co.

Mit „George“ reagiert die Bank frühzeitig auf die bevorstehende Öffnung der Girokonten für die Nutzung durch Dritte. Während Google und Facebook detaillierte Daten über die User haben, besitzen Banken die wesentlich wertvolleren Daten über die Zahlungsflüsse. Banken vermarkten diese Daten jedoch nicht, sondern nutzen die Daten, um ihre Kunden in Entscheidungsprozessen zu unterstützen. „Unser Auftrag als Unternehmen ist, Menschen dabei zu unterstützen, die richtige finanziellen Entscheidungen zu treffen“, betont Bosek. Die frühzeitige Reaktion auf Regulatorien sieht er als Chance, um durch innovative Bankinglösungen wie „George“ neue Kunden zu gewinnen.

Menschen leisten mehr als Algorithmen

„Das Thema Zahlungsverkehr ist strategisch hochrelevant, aber in der Umsetzung eine große Herausforderung“, erklärt Bosek. Kunden möchte er künftig über zusätzliche Services, die als Plugin in „George“ verfügbar sind, weitere Dienstleistungen und ein faires Preismodell für den klassischen Zahlungsverkehr anbieten  – dazu zählen auch Produkte von FinTechs. Statt den Markt zu disruptieren, suchen diese die Zusammenarbeit mit Banken, um mitunter auch auf deren hohen Kundenstock zugreifen zu können. Ebenso sind die innovativen Produkte ein Mehrwert für die Banken, um Kunden weitere Services anbieten zu können, skizziert Bosek den Schulterschluss.

In zehn Jahren werde es auch weiterhin Filialen geben, blickt Bosek in die Zukunft. Sie sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu rein digitalen Anbietern. „Mitarbeiter können bei vertraulichen Bankgeschäften mehr leisten als Algorithmen“, ist der Erste Group-Vorstand überzeugt.

Wirtschaftskapitäne und Businesswomen als Frühstücksgäste

Auf Einladung von Lessing und AmCham-Generalsekretärin Daniela Homan diskutierten bei Bagles und Muffins unter anderem Schoellerbank-Direktor Raphael Hartl, Hotel InterContinental-Direktorin Brigitte Trattner, Erste Group-Aufsichtsrat Friedrich Rödler, Apple-Geschäftsführer Ronald Tremmel, Manpower-Managerin Tanja Lahaye, Metropole-Herausgeberin Margaret Childs, Jurist David Bauer (DLA Piper Weiss-Tessbach), Western Union International Bank-Manager Wolfgang Fröschl-Fenkart, Jurist Andreas Foglar-Deinhardstein, Roland Berger-Manager Rudolf Kemler, Into Results-Eigentümer Charles Lafond, Raiffeisen-Banker Severin Mayer-Heinisch, IBM Österreich-Geschäftsführerin Tatjana Oppitz, CBRE-Manager Herbert Petz, Google-Managerin Angelika Roland, UBS Wealth Management-Experte Gerald Salzmann, Trenkwalder-Manager Christoph Seewald und Pfizer-Managerin Maria Wagner

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